Diese Galerie zeigt Aquarelle von Günther Singer (1931–2024).
Angespornt durch die Jubiläums-Retrospektive von „Kunst von uns“, für die ich drei Bilder meines Vaters beisteuern durfte, habe ich ein lang gehegtes Projekt umgesetzt: Seine vielen Aquarelle zu erfassen, zu ordnen und hier zugänglich zu machen – auch für mich selbst.
Während seiner Ausbildung zum Innenarchitekten in den 1950er Jahren kam mein Vater Günther Singer das erste Mal mit Aquarellmalerei in Berührung – damals noch rein technisch: Käufern einer Ladeneinrichtung vermittelte mein Vater mit Hilfe von Aquarellen eine Vorstellung ihres neuen Ladens; 3D-Animationen am PC gab es noch nicht.
Mit dieser handwerklichen Fähigkeit ausgerüstet entdeckte er Ende der 1970er Jahre sein Interesse und Talent für die künstlerische Aquarellmalerei.
Seit 1985 war er aktives Mitglied bei „Kunst von uns“, zeitweise als Schriftführer, immer wieder auch für etwas verrückte Aktionen zu haben – etwa das heimliche Aufhängen eines Transparentes an der Eisenbahnbrücke nach Gundernhausen.
Am wichtigsten aber war ihm der Austausch mit anderen Künstlern bei den regelmäßigen Treffen und Ausstellungen. Von zwei dieser Ausstellungen sind hier die Infoblätter zu sehen, die er über sich verfasst hatte.
Bis zu seinem Tod im Jahr 2024 fühlte sich mein Vater „Kunst von uns“ eng verbunden.
Besuchen sie gerne auch die kleine, frisch restaurierte Webseite meines Vaters unter http://guenther-singer.de.
Mich können Sie ebenfalls gerne kontaktieren unter:
knut@guenther-singer.de
Diese Aquarelle dürfen frei verwendet werden. Lizenzinformationen
Die klassischen Motive von Stillleben erweiterte mein Vater um Federn und - Gemüse
Gerne malte mein Vater ältere Gebäude, teilweise auch schon dem Verfall anheimgefallen.
Ansonsten waren Kirchen, Fach- und alte Bauernhäuser ein häufiges Thema.
Ein Zeit lang galt sein Interesse - auch abseits der eigenen Malerei - sehr alten Toren und Türen sowie Fenstern.
Zurzeit ist diese Kategorie etwas gemixt - ich habe das Gefühl, dass ich sie später etwas unterteilen werde.
In 2002, vielleicht auch früher, startete mein Vater ein ganz neues Projekt:
Er malte Kirchtürme aus der Odenwälder Umgebung. Aus diesen Aquarellen entstand am Ende ein Kalender für das Jahr 2003.
Dafür fertigte er zunächst verkleinerte Farbfotokopien der Aquarelle an, aus denen er die Kalender mit Schere und Klebestift bastelte. Wieviele das am Ende waren, ist mir leider nicht bekannt. Es dürften aber in Anbetracht des hohen Arbeitsaufwandes keine großen Mengen gewesen sein.
In den originalen Aquarellen finde ich nur wenige von denen, die als Vorlage für diesen Kalender dienten. Haben möglicherweise einige der Kirchengemeinden Bilder von meinem Vater erhalten ?
Rothenkirchen (März) liegt als einziger Ort nicht im Odenwald. Es ist der Geburtsort meines Vaters, mit dem er sich zeitlebens stark verbunden fühlte.
Auch abstrakte Formen und geometrische Spielereien reizten meinen Vater gelegentlich.
Vom fast noch realistischen Hamburger Hafen über eine eigenartig verwischte Frankfurter Skyline, über zunehmend abstraktere Darstellungen von Häusern und einem Wald, bis hin zu rein geometrischen Formen. Das erste Bild, das in diese Richtung verweist, ist das Bild eines noch sehr realistisch wirkenden Fachwerkhauses mit Kirchturm im Hintergrund. Bei genauerem Hinsehen erkennt man aber, wie etliche Flächen, nicht nur Himmel und Laub des Baumes, in kubischen Flächen aufgehen...
Hier habe ich alles eingeordnet, was in die anderen Rubriken nicht so gut passt.
In dieser Rubrik befindet sich auch das älteste datierte Aquarell, das ich von meinem Vater besitze - aus dem Jahr 1981.
Es zeigt den Hof hinter einer Schreinerei - mitsamt alter, offener Lagerschuppen, in denen das Holz gelagert wurde.
Ich vermute, dass dies die Schreinerei ist, in der die von meinem Vater entworfenen Einrichtungen gebaut wurden.
Mein Vater hatte noch weitere Maltechniken ausprobiert.
Am häufigsten waren das Bleistift- und Tuschezeichnungen, mit denen er als Innenarchitekt vertraut war.
Das Exemplar einer Tuschezeichnung der Roßdörfer Kirche prangte zum Beispiel eine Zeit lang auf der Zeitschrift "Kirchenglocke". Auch für verschiedene Vereine wie BIAB (Bürgerinitiative Aktion Behinderte) oder den Sportverein, aber natürlich auch für "Kunst von uns", kreierte er einige Logos und Plakate - auch wenn sie natürlich nicht alle angenommen wurden.
Auch einen Stich fertigte er an - eine Detailansicht der Stacheln eines Stacheldrahtzaunes. Das Bild suche ich zurzeit noch.
Ebenso malte er in Öl ein großes ovales Bild, zu welchem er sogar einen aufwendigen blattvergoldeten Rahmen anfertigte.
Beide Techniken hat er aber nach diesen jeweils ersten Versuchen nicht weiter verfolgt.